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Der Fall mit der Ölwanne

Manchmal denke ich noch gern an die Zeit zurück, wo es unsere Firma noch nicht lange gab und mir Bridget zur Seite stand. Wir waren als das beste Projektagententeam bekannt und schafften es, auch die kniffligsten Fälle zu lösen. So hatte einer unserer Geschäftsführer eines Tages nach wochenlanger Arbeit auf seinem Rechner ein Angebot fertiggestellt, mit dem eine ungarische Firma ausgestochen werden sollte. Am nächsten Morgen fand er seinen Computer total demoliert vor und konnte nicht mehr auf die  Daten zugreifen. Er hatte das Angebot zwar auch auf CD gesichert, aber die war natürlich verschwunden. Wir wußten zwar, daß dafür nur die Evo-Gang in Frage kam, aber nicht, wo die CD versteckt war. Die Zeit drängte, es war gerade Mittwoch, und am Freitag mußte das Angebot beim Kunden sein, uns blieben also nur 48 Stunden. Glücklicherweise trafen wir einen SAPPler, der uns sagen wollte, wo sich die Evo-Gang aufhielt, verlangte allerdings Tortellini al Funghi Caramba dafür, die man so in keiner Pizzaria kaufen konnte. Also mußten wir Rose um Hilfe bitten. Rose war ja die Frau vom Boss, schon damals schwer im Umgang, aber eine Meisterin der Küche, die jedes Gericht auf den Teller zaubern kann, auch wenn es noch so bizarr ist. Nachdem wir dem SAPPler also sein Spezialgericht geliefert hatten, erfuhren wir, dass die Evo-Gang einen als Autowerkstatt getarnten Stützpunkt ganz in der Nähe unterhielt. Bridget und ich  machten uns also auf den Weg. In der Werkstatt schlichen allerdings gleich 6 mißstrauische Typen herum, doch zum Glück kam Bridget auf eine Idee: Während ich den Pappnasen einige schwierige Fragen stellte, begann sie scheinbar desinteressiert ein Schlaflied vor sich hinzusingen (gut singen konnte sie ja schon immer). Dadurch wurden sie so müde, daß sie nicht mehr auf mich achteten und ich mich in Ruhe umsehen konnte. Es war schwierig, die CD zu finden, denn sie konnte überall sein, aber zum Glück fiel mir eine leere Ölwanne auf, die eine ungewöhnliche Form hatte, nämlich nierenbeckenförmig. Als ich näher hinsah, lag darin eine Plastiktüte. Und in dieser Tüte lag die CD. Das Angebot war gerettet.

Wir würden sicher heute immer noch zusammen unterwegs sein, hätte nicht eines Tages Agent S. ein Auge auf Bridget geworfen. Er wollte sich dann von mir ihre Telefonnummer borgen, und ich Rindvieh gab sie ihm auch noch ohne Bedenken. Er hatte gute Beziehungen zum Boss und sorgte dann dafür, daß sie den Job als Chefsekretärin bekam, damit er öfter mit ihr ausgehen konnte. Er war halt ein ausgekochtes Schlitzohr. Daher dauerte es auch nicht lange, bis die zwei vor dem Traualtar landeten. Seitdem habe ich Larry an der Backe und hätte wohl schon längst meinen Hut genommen - aber Bridget versteht es immer wieder, mich aufzumuntern und von diesem Gedanken abzubringen.

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